Medienminister Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und
Kultusminister Helmut Rau: Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen
stärken
„Medienkompetenz ist heute eine unverzichtbare
Schlüsselqualifikation für Kinder und Jugendliche und dient
gleichzeitig auch ihrem Schutz vor Risiken und Gefahren moderner
Medien. Mit der Bereitstellung von insgesamt 2,84 Mio. Euro aus der
Zukunftsoffensive des Landes für drei wichtige und innovative
Medienprojekte im Rahmen der Initiative Kindermedienland wird die
Medienkompetenzvermittlung sowohl in der Schule wie auch im
außerschulischen Bereich weiter gestärkt“, erklärten Medienminister
Prof. Dr. Wolfgang Reinhart und Kultusminister Helmut Rau am Mittwoch
(30. September 2009) in Stuttgart.
Gestartet würden das Schülermedienmentorenprogramm, das Projekt
„Mediengestützte Selbstlernphasen“ und das Bildungsprojekt
Medienkompetenz. Sie richteten sich an Schülerinnen und Schüler und
deren Eltern sowie Pädagoginnen und Pädagogen, erklärte Rau.
Projektträger sei das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg.
Jugendliche als Medienmentoren ausbilden
Das Schülermedienmentorenprogramm werde nach einem erfolgreichen
Pilotprojekt für vier Jahre fortgeführt und für Jugendliche aus allen
weiterführenden Schulen in Baden-Württemberg angeboten. Dafür würden 1
Mio. Euro bereitgestellt. „Medienbildung muss nicht nur von Lehrerinnen
und Lehrern geleistet werden: Schülerinnen und Schüler kennen die
Medienwelt ihrer Altersgruppe aus eigener Erfahrung und verfügen häufig
über gut ausgeprägte technische Kenntnisse“, erklärte Reinhart. „Ziel
des Programms ist es, interessierte und engagierte Jugendliche als
Medienmentoren auszubilden, damit sie Projekte und
Arbeitsgemeinschaften zu selbst gewählten Themen rund um Medien,
Medienschutz und -analyse in ihrer Schule anbieten können. Das Programm
will nicht nur technisches Know-How vermitteln, sondern auch die
Wirkung der Medienwelt in den Blick nehmen. Inhaltlich soll der Aspekt
des präventiven Jugendmedienschutzes noch stärker als bisher gewichtet
werden. In der Projektlaufzeit können jährlich bis zu 500
Medienmentorinnen und -mentoren ausgebildet werden“, sagte der
Medienminister.
Zentrale Lernplattform im Internet
Im Projekt „Mediengestützte Selbstlernphasen“ würden innovative
technologische und pädagogische E-Learning-Modelle innerhalb und
außerhalb der Schule erprobt. Es sei ebenfalls auf vier Jahre angelegt
und werde mit 1,6 Mio. Euro unterstützt. „Das Internet bietet heute
viele Möglichkeiten, Lernprozesse außerhalb des Klassenraums zu
unterstützen und zu begleiten. Hierzu soll eine zentrale Lernplattform
im Internet erstellt werden, das so genannte virtuelle Klassenzimmer“,
erklärte Kultusminister Rau. Das virtuelle Klassenzimmer ermögliche
Jugendlichen durch selbstgesteuertes Lernen, ihre Interessen und
Fähigkeiten zu vertiefen und erkannte Schwächen zu überwinden. Die
Lernplattform stelle ein breites Spektrum an Übungsaufgaben,
flankierenden Unterstützungssystemen, Onlinemedien und
internetbasierten Lernangeboten zur Verfügung. Das Lernen werde dadurch
unabhängiger vom realen Klassenzimmer. Auch die Betreuungsstunden am
Nachmittag, Hohlstunden und Krankheitsvertretungen könnten genutzt
werden. „Den Jugendlichen wird so qualitativ hochwertige Lernzeit auch
außerhalb des regulären Unterrichts zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe
konkreter Arbeitspläne können sie ihr Tempo selbst bestimmen und sich
die erforderliche Zeit zum Üben und Vertiefen nehmen. Damit bleiben sie
während der Selbstlernphasen nicht sich selbst überlassen, sondern
erhalten eine gezielte Rückmeldung durch einen Tutor“, betonte der
Kultusminister.
Stärkung der Medienkompetenz von Erziehenden
„Das mit 240.000 Euro veranschlagte Bildungsprojekt Medienkompetenz
will Erziehende für die Themen jugendlicher Mediennutzung
sensibilisieren und sie zu einem sicheren und verantwortungsvollem
Umgang mit Medien qualifizieren“, erklärte Reinhart. Das auf drei Jahre
angelegte Projekt werde zusammen mit dem SWR durchgeführt. Die zu
Beginn erarbeiteten Module würden zunächst mit angehenden Lehrkräften
erprobt, evaluiert und kontinuierlich fortentwickelt. Dazu soll
Referendaren und Lehreranwärtern von Ausbildungsseminaren die
Möglichkeit des Erwerbs einer Zusatzqualifikation „Medienkompetenz“
eröffnet werden. Danach werde das Projekt ausgeweitet auf pädagogisch
tätige Erwachsene.
„Wir leben heute in einer durch Mediennutzung geprägten
Wissensgesellschaft. Das Thema Medienerziehung und -bildung hat deshalb
für die Landesregierung hohe Priorität und soll im Rahmen der
Initiative Kindermedienland BW weiter gestärkt werden“, erläuterten
Reinhart und Rau.
http://www.kultusportal-bw.de/servlet/PB/-s/1chr88ql5eidvhnxuslztlmgf1edgf7x/menu/1255857/